Leistungsspektrum

HybridTM Prozess

HybridTM-Prozess – Das zweistufige Belebtschlammverfahren zur Stickstoffelimination

Oft ist bei Ausbau- und Anpassungsmaßnahmen die Einbindung bestehender Anlagenteile zwar im Sinne einer Kostenminimierung äußerst sinnvoll, aber technisch schwierig. Das gemeinsam von WABAG und der TU Wien entwickelte Hybrid-Verfahren bietet hier ausgezeichnete Möglichkeiten: es wird den neuen Anforderungen gerecht und weist wegen seiner Zweistufigkeit einige besondere Vorteile auf:

Hohe Prozessstabilität:

Stoßbelastungen werden in der ersten Stufe optimal kompensiert, die Nitrifikationskapazität in der zweiten Stufe bleibt dadurch auch bei tiefer Abwassertemperatur gesichert erhalten. Dieser Vorteil ist besonders wichtig bei industriellen Einleitern oder saisonalen Spitzenbelastungen.

Einsparungen gegenüber einer konventionellen einstufigen Anlage:

Das Hybrid-Verfahren ermöglicht eine erhebliche Reduzierung der erforderlichen Beckenvolumina. Bemessungsvergleiche haben eine ca. 30%-ige Einsparung bezogen auf das Gesamtvolumen ergeben.

Der Hybrid-Prozess wurde bereits bei der Erweiterung der Hauptkläranlage Wien von 2,1 Mio. EGW auf 4,0 Millionen EGW großtechnisch eingesetzt. Der Kunde, die Entsorgungsbetriebe Simmering, haben sich aufgrund der betrieblichen Vorteile und einer verbesserten Abwasserqualität entschlossen, bei der Planung auch das Hybrid-Verfahren zu berücksichtigen.

Die Technologie:

Der von WABAG entwickelte Hybrid Prozess basiert auf dem konventionellen zweistufigen Belebtschlammprozess, jedoch wird die Biozenose der beiden Stufen nicht getrennt, sondern durch 2 innovative Hybridkreisläufe vorteilhaft gemischt. Die Menge der Kreisläufe ist relativ gering (ca. 3% der Rohwassermenge). Kreislauf 1 transferiert Schlamm aus der ersten Stufe in die zweite Stufe, und versorgt diese mit aktiver Denitrifikations- und Kohlenstoffabbaukapazität.

Die Denitrifikationskapazität der zweiten Stufe kann daher über die Rezirkulationsmenge eingestellt werden und ist nicht durch den Kohlenstoffabbau der ersten Stufe limitiert. Andererseits wird Belebtschlamm der zweiten Stufe durch Kreislauf 2 in die erste Stufe transferiert. Dadurch ist immer nitrifizierende Biomasse vorhanden, die eine Nitrifizierung trotz niedrigen Schlammalters (hohe Schlammbelastung) in dieser Stufe erlaubt. Das in dieser Stufe produzierte Nitrat wird durch die hohe Biomasseaktivität rasch abgebaut. Verbesserte Phosphatentfernung kann biologisch durch ein vorgeschaltetes anaerobes Becken oder durch simultane Fällung erreicht werden.

Ausgewählte Referenzen:

sustainable solutions. for a better life