Entfernung von Mikroverunreinigungen: Die Kläranlage Basel erhält eine zusätzliche Reinigungsstufe vom Technologieführer WABAG

WABAG Wassertechnik in Winterthur hat von der ProRheno AG den Auftrag für die Erweiterung der Kläranlage Basel mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe zur Entfernung von Mikroverunreinigungen erhalten. Der Auftrag wurde im Mai 2016 erteilt. Damit reagiert der Betreiber einer der grössten Kläranlagen im Land früh auf die neue Gewässerschutzverordnung in der Schweiz, mit der Eliminationsgrade für organische Mikroverunreinigungen festgesetzt wurden. WABAG hat sich als Spezialist für diese spezielle Anforderung etabliert und wird in Basel die Prozess-Kombination Ozonung  mit nachgeschalteter Dosierung von Pulveraktivkohle und Raumfiltration (BIOZONE® – PACOPUR®) einsetzen. Die Realisierung des 7,5 Mio. Euro Auftrages erfolgt im Zuge einer umfassenden Erweiterung der Anlage, wodurch die Inbetriebnahme erst 2021 erfolgen kann.

Mikroverunreinigungen im Abwasser – kleine Ursache, große Wirkung.
Mit immer besseren Analysemethoden können verstärkt Mikroverunreinigungen, d.s. Substanzen, die in sehr niedrigen Konzentrationen in den Gewässern vorkommen, nachgewiesen werden. Die zunehmende Industrialisierung, steigende Bevölkerungsdichte und der verstärkte Verbrauch von Medikamenten lassen u.a. hormonell aktive Substanzen, pharmazeutische Wirkstoffe, Chemikalien und Pestizide vor allem über die Abwasserentsorgung in unsere Ökosysteme gelangen, wo diese Schäden verursachen können. Die Schweiz, von jeher Vorreiter in der Wassertechnik, hat mit 1.1.2016 als erstes Land ein Gesetz verabschiedet, das Eliminationsgrade für Mikroverunreinigungen vorschreibt. Ziel ist sowohl der Schutz der aquatischen Ökosysteme als auch der Trinkwasserressourcen.

Pionier WABAG
WABAG wiederum hat auf diesem Gebiet Pionierarbeit geleistet und seit mehr als 10 Jahren an der Entwicklung und Erprobung geeigneter Technologien gearbeitet. Zahlreiche Forschungsprojekte, u.a. in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umweltschutz und der Eawag sowie auch in Österreich mit der TU Wien, sind umgesetzt worden. Als Ergebnis kann WABAG heute als eines der wenigen Unternehmen alle relevanten Technologien anbieten: Ozonung, Aktivkohle-Adsorptionsverfahren und deren Kombination. 2013 ist die erste BIOZONE®-Kundenanlage in St. Pourçain-sur-Sioule, Frankreich in Betrieb gegangen. Seitdem hat das Unternehmen eine Reihe von Aufträgen in der Schweiz – in Reinach, Thunersee, Altenrhein und Porrentruy – für Ozonung und/oder Adsorption bzw. Raumfiltration erhalten.

Ein WABAG-Gesamtsystem in Basel
In Basel wird für die Entfernung der problematischen Mikroverunreinigungen die Prozesskombination BIOZONE®-PACOPUR® als Gesamtanlage realisiert. Das Prinzip dieser Verfahrenskombination lässt sich vereinfacht so erklären: Mikroverunreinigungen werden mit Ozon teilweise „gecrackt“, diese sowie auch nicht durch die Ozonung erfassten  Mikroverunreinigungen lagern sich an der Oberfläche der Aktivkohle ab (Adsorption). Die „beladene“ Aktivkohle wird unter Einsatz einer Raumfiltration aus dem Abwasser gefiltert und Oxidationsnebenprodukte der Ozonung werden biologisch abgebaut. Die Anlage hat eine Totalkapazität von maximal 3.000 l/s (mittlere Tagesmenge: 93.000 m3/d, max. 260.000 m3/d), die Ozonung eine Leistung von maximal 52 kg O3/h.

WABAG ist verantwortlich für Design, Engineering, Lieferung, Montage und Inbetriebsetzung Die Ausführung der Leistungen erfolgt vorbehaltlich der erforderlichen Genehmigungen für das Gesamtprojekt.

Der Auftrag in Basel hat die Technologieführerschaft von WABAG nochmals unterstrichen und die Anlage wird in Folge eine wichtige Referenz auf dem Gebiet der Entfernung von Mikroverunreinigungen darstellen. Der Bedarf ist gegeben und von der Branche erkannt worden. Auch in weiteren europäischen Ländern wird das Thema der Mikroverunreinigungen diskutiert und nach gesetzlichen und technischen Lösungen gesucht.